La La Land – Verdienter Abräumer?

La La Land ist wohl der grösste Abräumer bei den Golden Globes und auch bei den Oscars Nominierungen hält sich der kleine Film nicht zurück. Doch ist das alles wirklich gerechtfertigt? Ich glaube hätte der Film einen echten Konkurrenten dann wären es sicher nicht so viele Nominationen geworden. Trotzdem ist der Film etwas Spezielles und hat mir wieder einmal gezeigt das Hollywood weit mehr als nur noch die stumpfen Actiontitel, die tausendste Fortsetzung von XY macht oder einfach überall, wo es geht, CGI (Computer Generated Imagery) zu benutzen.

La La Land macht hier vieles völlig anders. Zwar erfindet es den Film nicht neu, aber Hollywood besinnt sich wieder auf seine Wurzel zurück. Als in den Anfängen nur Musicals und Tanz Filme in der Filmfabrik entstandenen sind. Der Film hat eigentlich nur eine Szene, indem CGI vorkommt und in dieser ist es auch noch verkraftbar.  Ansonsten spielt der Film nur mit Licht und Kamera. Die ganzen Plansequenzen waren für mich der absolute Wahnsinn. Was hier alles an Material und Menschen aufgefahren wurde, war echt beeindruckend. Ich dachte eine lange Zeit, diese Art von Filmtechnik wird aussterben. Doch in den letzten Jahren wurde ich immer wieder überrascht. Angefangen von Birdman der eigentlich eine gesamte Plansequenz ist oder vom gleichen Regisseur The Revenant die Eröffnungsszene.

La La Land
Ryan Gosling und Emma Stone

Was ich dem Film aber absolut abziehen muss, ist die doch sehr simple Story. Die Grundidee finde ich dabei gar nicht so schlecht, zwei Künstler die in Hollywood versuchen zu überleben und ihren Träumen hinter her jagen. Trotzdem wäre hier eindeutig noch mehr rauszuholen gewesen.

Doch die Bilder und vor allem der Soundtrack sind absolut das Alleinstellungsmerkmal von La La Land. Der Soundtrack rettet den Film in seinen Längen und man hat schon fast das Gefühl, man müsse aus dem Kinositz aufstehen und etwas die Hüften schwingen lassen. Es gibt superschöne Shots die im Kino noch gewaltiger wirken als auf der heimischen Glotze. Wer also den Film in seinem vollen Umfang genissen möchte, muss diesen Film wirklich im Kino sehen.

La La Land
Ryan Gosling am Klavier

Der ganze Film ist eine Hommage an die Anfänge von Hollywood und eine Liebeserklärung an Film und Musik. Für mich ein absolutes Meisterwerk. Hollywood konzentriert sich hier wieder völlig weg von der Technik und spielt nur mit dem Licht und der Kamera. Rayan Gossling und Emma Stone überzeugen mich volllends. Der Gesang ist sicherlich nicht das Beste, was ich je gehört habe. Trotzdem war ich erstaunt das beide singen und tanzen können. Emma Stone hat mich sogar gesanglich wirklich überrascht.  Ich hoffe das La La Land Hollywood dazu bewegt wieder mehr zu experimentieren und Neues Anzufangen und wieder mehr zu riskieren und nicht auf ein sicheres Pferd zu setzen.

Ich kann den Film leider nicht wirklich uneingeschränkt empfehlen. Man muss sich auf den Film richtig einlassen und auch in der richtigen Stimmung sein. Sobald du dich aber völlig auf ein Abenteuer einlässt, wirst du den Film lieben. Nicht nur die wirklich tollen Kamerafahren, Plansequenzen und der wirklich wahnsinnig gute Soundtrack werden dich in seinen Bann ziehn. Für mich ist La Land wirklich eine Überraschung. Ich hätte nicht gedacht, dass mich ein solcher Film begeistern kann. Auch wenn der Film in der Mitte sich doch etwas streckt, kann ich wirklich behaupten ich habe mich über die gesamte Laufzeit von 128 Minuten wirklich bestens unterhalten gefühlt.

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