Kategorie: Games

  • Zurück auf leisen Pfoten: Wie mich Sly Cooper als vergessener Klassiker wieder gepackt hat

    Zurück auf leisen Pfoten: Wie mich Sly Cooper als vergessener Klassiker wieder gepackt hat

    Ein alter Schatz in der Vita

    Manchmal liegen die besten Spiele einfach in der Schublade – oder, in meinem Fall, in meiner PlayStation Vita.
    Nach Jahren habe ich die kleine Handheld-Konsole wieder aus dem Schrank geholt und dabei die Sly Cooper Trilogy entdeckt.

    2016 hatte ich den ersten Teil, Sly Racoon, einmal angefangen – nun wollte ich ihn endlich beenden und mir eine fundierte Meinung bilden.

    Zur PS2-Ära habe ich die Reihe komplett verpasst, also war dies mein allererster Kontakt mit dem Meisterdieb im Waschbärfell.

    Charme von der ersten Minute an

    Schon nach wenigen Minuten war klar: Dieses Spiel hat etwas Besonderes.
    Die Charaktere sind überzeichnet, liebevoll animiert und strotzen nur so vor Humor.

    Sly selbst ist ein cooler, aber nicht überheblicher Protagonist. Das Zusammenspiel mit seinen Freunden Bentley und Murray bringt sowohl in den Zwischensequenzen als auch im Gameplay immer wieder zum Schmunzeln.

    Perfekt für unterwegs

    Die Levelstruktur ist wie gemacht für mobiles Spielen: kompakt, klar strukturiert und in 10–15 Minuten abgeschlossen.
    Ob im Zug oder auf der Couch – Sly Cooper eignet sich ideal für kurze, aber befriedigende Sessions. Der Schwierigkeitsgrad bleibt dabei fair, fordert aber an ein paar Stellen ordentlich heraus.

    Besonders im Gedächtnis geblieben sind mir:

    • Das chaotische Kart-Rennen mit Murray gegen vier Affenfahrer
    • Die Mission, mehrere Computer unter Zeitdruck zu zerstören
    • Das finale Duell gegen Clockwerk – bei dem ich fast meinen Vita-Bildschirm angebrüllt hätte, wenn ich nicht im Zug gewesen wäre.

    Bunte Welten und spielerische Vielfalt

    Die Weltreise mit Sly führt durch fünf sehr unterschiedliche Gebiete:
    von einer Casino-Welt über eine asiatisch angehauchte Bergregion bis hin zu einem unheimlichen Voodoo-Sumpf.

    Jede Zone hat ihren ganz eigenen Stil und bringt frische Gameplay-Ideen mit. Und es bleibt nicht beim klassischen Schleichen: Mal rast man auf einem Hoverboard, mal fliegt man mit dem Jetpack, mal liefert man sich Rail-Shooter-Passagen, um Murray Feuerschutz zu geben.
    Diese Abwechslung verhindert perfekt, dass Langeweile aufkommt – etwas, das vielen modernen Open-World-Spielen fehlt.

    Technische Umsetzung auf der Vita

    Die PS Vita-Version der Sly Trilogy ist insgesamt sehr gelungen. Klar, es gibt hier und da kleine Ruckler, aber die stören kaum.

    Ein kleiner Wermutstropfen sind die stark komprimierten Zwischensequenzen – gerade weil der Comic-Stil des Spiels ansonsten fantastisch gealtert ist, fällt das besonders auf.

    Fazit: Ein zeitloser Spass

    Auch ohne nostalgische Erinnerungen hat mich Sly Raccoon begeistert.
    Es ist ein simples, charmantes und clever designtes 3D-Platformer-Abenteuer, das auch heute noch wunderbar funktioniert – ganz ohne Lootboxen, Microtransactions oder künstlich gestreckte Spielzeit.
    Einfach ein ehrliches Spiel, das Spass macht.

    Empfehlung:
    Egal ob ihr die Reihe schon kennt oder wie ich völlige Neulinge seid – wer Lust auf ein kompaktes, humorvolles Abenteuer hat, sollte hier unbedingt zugreifen.

    Und jetzt geht’s für mich direkt weiter mit Sly 2: Band of Thieves. Ich hoffe nur, dass ich dieses Mal nicht wieder fast zehn Jahre brauche, bis ich den Abspann sehe.

  • Uncharted: The Lost Legacy – Ein würdiger Nachfolger ohne Nathan Drake

    Uncharted: The Lost Legacy – Ein würdiger Nachfolger ohne Nathan Drake

    Uncharted 4 war für viele Fans ein absoluter Hit – und nun bekommen wir mit Uncharted: The Lost Legacy einen fast ebenbürtigen Nachfolger. Diesmal allerdings ohne den sympathischen Indiana-Jones-Verschnitt Nathan Drake. Stattdessen schlüpfen wir in die Rollen von Chloe Frazer, bekannt aus Teil 2, und Nadine Ross, die wir bereits aus Uncharted 4 kennen.

    Grafik, Umfang und Gameplay

    Schon beim ersten Blick auf das Spiel fällt auf: Die Grafik ist einfach bombastisch. Die Welt sieht noch einmal etwas hübscher aus als im Vorgänger. Ich blieb immer wieder stehen, um die Details zu bewundern oder ein paar Fotos im integrierten Fotomodus zu machen. Besonders cool ist, dass Chloe selbst mit ihrem Smartphone Fotos schiessen kann – das verleiht dem Spiel einen persönlichen Touch.

    Ursprünglich war The Lost Legacy nur als Story-DLC geplant, doch es hat sich zu einem vollwertigen, eigenständigen Spiel mit einem ordentlichen Umfang entwickelt. Für den Abspann braucht ihr etwa sieben bis acht Stunden – was für den Preis wirklich mehr als fair ist.

    Story & Charaktere

    Die Handlung spielt kurz nach Uncharted 4. Chloe und Nadine sind auf der Suche nach dem sagenumwobenen Ganeshas Stosszahn. Die Geschichte ist spannend inszeniert, mit einem glaubwürdigen Antagonisten und gut geschriebenen Dialogen. Die deutschen Sprecher sind hervorragend ausgewählt und wirken sehr authentisch. Wie gewohnt gibt es zahlreiche filmreif inszenierte Scriptsequenzen, die das Gefühl eines echten Abenteuers verstärken.

    Die Spielwelt ist offener als früher und bietet mehrere Wege, um ein Ziel zu erreichen. Besonders das vierte Kapitel sticht hervor: Hier könnt ihr mit einem Jeep durch die afrikanische Landschaft fahren und sogar Nebenaufgaben erledigen – für Uncharted eine absolute Neuheit.

    Rätsel und neue Features

    Die typischen Uncharted-Rätsel sind natürlich auch wieder dabei, wenngleich sie keine grosse Herausforderung darstellen. Neu und optional ist die Verwendung einer speziellen Kette, mit der sich versteckte Schätze entdecken lassen.

    Ein weiteres neues Feature sind kleine Mini-Spiele zum Schlösserknacken, die euch Zugang zu stärkeren Waffen oder hilfreichen Gegenständen wie Granaten oder C4 gewähren.

    Kämpfe und Stealth

    Das Stealth-System aus Uncharted 4 wurde übernommen und sogar leicht verbessert. Ihr könnt Gegner mit schallgedämpften Waffen lautlos ausschalten und so ganze Feindesgruppen eliminieren, ohne entdeckt zu werden. Das sorgt für richtig viel Spass, wenn ihr gerne schleicht.

    Das Waffenarsenal hat sich ebenfalls verändert: Klassische Waffen wie AK-47 und M4 fehlen, aber die neuen Waffen sind mindestens genauso gut und spielen sich super.

    Technik & Performance

    Technisch gibt es kaum etwas zu bemängeln. Das Spiel läuft butterweich, ohne Ruckler oder Framerate-Einbrüche – bis auf wenige Ausnahmen im letzten Kapitel, wo es kurzzeitig etwas stockte. Das fällt aber kaum ins Gewicht.

    Fazit

    Uncharted: The Lost Legacy ist ein würdiger Nachfolger und fast schon ein Abschluss der Uncharted-Serie. Trotz des Fehlens von Nathan Drake hat Chloe ihn mehr als würdig vertreten. Die Dialoge zwischen ihr und Nadine sind genauso unterhaltsam wie die von Drake und seinem Bruder.

    Das typische Uncharted-Feeling kommt voll rüber, und die neuen Stealth-Mechaniken bereichern das Gameplay enorm. Für mich ist The Lost Legacy eine absolute Kaufempfehlung und ein Must-Have für jeden PlayStation 4 Besitzer.

  • God of War: Ghost of Sparta – Kratos zwischen Göttern, Albträumen und Familienbande

    God of War: Ghost of Sparta – Kratos zwischen Göttern, Albträumen und Familienbande

    Nach dem grandiosen God of War: Chains of Olympus auf der PSP war klar: Kratos macht auch unterwegs keine halben Sachen. Mit God of War: Ghost of Sparta setzt Sony die Geschichte nun zwischen den ersten beiden PlayStation-2-Teilen fort – und liefert erneut ein Actionfeuerwerk, das für unterwegs kaum zu toppen ist.

    Kratos, der Kriegsgott mit Schlafproblemen

    Gerade erst hat Kratos den Platz von Ares eingenommen, doch Ruhe findet er nicht. Albträume über seinen verschollenen Bruder treiben ihn an, Antworten zu suchen. Der Weg führt ihn unter anderem nach Atlantis – und natürlich hinterlässt er dabei wieder ein Meer aus Leichen.

    Gameplay: Bewährt blutig, aber Rätsel light

    Das Gameplay bleibt typisch God of War: Linear, actionreich und mit brachialen Combos. Kratos kämpft sich mit seinen Chaosklingen, Magie und ein paar schicken neuen Fähigkeiten durch halb Griechenland. Das Einfrieren von Gegnern oder das Absaugen ihrer Lebensenergie macht besonders Laune. Schade nur, dass die Rätselpassagen noch kürzer und einfacher ausfallen als zuvor – da wäre echt mehr Abwechslung drin gewesen.

    Inszenierung wie aus einem Blockbuster

    Von eisigen Berggipfeln über glühende Lavahöhlen bis hin zur versunkenen Stadt Atlantis – Ghost of Sparta zeigt, wie viel Abwechslung eine PSP (und in der HD-Version auch PS3/Vita) bieten kann. Die Kamerafahrten, Zwischensequenzen und der wuchtige Soundtrack sorgen für echtes Kino-Feeling. Besonders cool: Ein Abstecher nach Sparta, der Heimatstadt von Kratos.

    Ein Blick ins Herz des Kriegsgottes

    Ready at Dawn versucht hier, die menschliche Seite von Kratos zu zeigen. In Rückblenden erfahren wir mehr über seine Vergangenheit, seine Familie und seine Motivation. Ja, er zeigt Gefühle – zumindest ein bisschen. Aber keine Sorge: Kratos bleibt der skrupellose Antiheld, der selbst vor Königen nicht Halt macht, wenn sie im Weg stehen.

    Fazit

    Ich bin bekennender God of War-Fan, und Ghost of Sparta liefert genau das, was ich erwartet habe: brachiale Kämpfe, epische Inszenierung und eine Prise Hintergrundgeschichte, die Kratos ein wenig mehr Tiefe gibt. Emotional völlig überwältigt war ich zwar nicht, aber es ist spannend, diesen anderen Blickwinkel zu erleben. Für unterwegs – oder in der HD-Version zu Hause – ist das Ding ein Pflichtkauf für jeden Fan der Serie.

  • Star Wars: The Force Unleashed – Mein verspaeteter Ausflug auf die dunkle Seite

    Star Wars: The Force Unleashed – Mein verspaeteter Ausflug auf die dunkle Seite

    Wie ich mich auf den neuen Star-Wars-Film gefreut habe! Gerade mal einen Tag nach der Premiere sass ich schon im Kinosessel und konnte Episode VII in vollen Zuegen geniessen. Danach war es um mich geschehen: Die Lust auf Star-Wars-Games war wieder da.

    Da mir aber schon vorher klar war, dass Battlefront nicht das ist, was ich spielen moechte, erinnerte ich mich an die Anfangszeit der PlayStation 3 zurueck. 2008 erschien The Force Unleashed. Schon damals hatte ich ein Auge darauf geworfen – doch aus irgendeinem Grund landete es nie in meiner Sammlung. Das sollte sich nun aendern.

    Endlich mal richtig böse sein… oder doch nicht?

    Die Grundidee ist genial: Man schluepft in die Rolle von Galen Marek, dem geheimen Schueler von Darth Vader. Unser Auftrag? Die letzten Jedi aufspueren und eliminieren. Endlich mal nicht der strahlende Held sein – wie cool ist das denn?

    Leider macht die Story schnell einen Schwenk, und ehe man sich versieht, kämpft man doch auf der guten Seite. Ja, die Handlung ist nicht das grösste Problem – aber sie macht, wenn man genau hinschaut, nicht immer Sinn. Viel schwerer wiegen die kleinen, aber nervigen Gameplay-Schwächen.

    Kamera-Chaos, Hitbox-Frust und frustrierende Bosskämpfe

    Trotz des neuesten Patches laeuft das Spiel nicht ganz rund. Die Hitboxen sind teils absurd: Selbst wenn man ueber ein Geschoss springt, wird man getroffen. Das Springen selbst fuehlt sich schwammig an, und die Kamera sorgt oft fuer zusaetzliche Verwirrung – besonders in Bosskaempfen, wenn sie so weit herauszoomt, dass man die eigene Figur kaum noch sieht.

    Auch die Schwierigkeitsgrade sind unausgewogen: Auf «Leicht» stirbt man fast gar nicht, auf «Normal» wird es schon knackig, und auf «Sith-Master» möchte man seinen Controller am liebsten aus dem Fenster werfen. Manche Standardgegner hauen einen so oft um, dass man den «Game Over»-Bildschirm schneller sieht, als man «Machtblitz» sagen kann.

    Level-Ups ohne Sinn

    Beim zweiten Durchspielen fiel mir auf: Die Levelaufstiege sind chaotisch. Es gibt drei Skillbaeume – doch selbst wenn einer voll ist, bekommt man weiter Punkte dafuer. So hatte ich am Ende Punkte im Ueberfluss bei den Attacken, waehrend mir Macht-Faehigkeiten fehlten. Das wirkt einfach schlampig programmiert. Dazu kommt, dass das Spiel oft ohne ersichtlichen Grund meldet, man sei im Level aufgestiegen.

    Die Macht – grossartig, aber nicht ganz unter Kontrolle

    Mit der Macht kann man Objekte durch die Gegend schleudern – theoretisch genial. Praktisch waehlte das Spiel aber automatisch, was man greift, und nicht immer das, was man will. Statt eines explodierenden Fasses erwischt man gern mal ein nutzloses Wrackteil.

    Die Level selbst sind abwechslungsreich: Raumschiffe, Dschungelwelten, Schrottplätze – alles dabei. Nur das letzte Level ist ein Geduldstest mit unendlich spawnenden Gegnerwellen. Und die «epische» Szene aus dem Trailer? Leider spielerisch eher langweilig und repetitiv.

    Fazit: Spass trotz vieler Macken

    Trotz all der Kritik hatte ich Spass mit The Force Unleashed. Fuer ein einmaliges Erlebnis – besonders als Star-Wars-Fan – kann ich es empfehlen. Spielt am besten auf mittlerem Schwierigkeitsgrad und haltet durch, auch wenn der zweite Boss euch nervt. Die unfairen Stellen trueben zwar den Spielspass, aber das Gefuehl, ein (halbwegs) boeser Schueler von Darth Vader zu sein, ist es wert.

  • Ein zweiter Versuch: Meine Reise mit Assassin’s Creed 2

    Ein zweiter Versuch: Meine Reise mit Assassin’s Creed 2

    Eigentlich hatte ich mit der Assassin’s Creed-Reihe abgeschlossen. Der erste Teil war für mich damals eine herbe Enttäuschung. Die immer gleichen Missionen, nur in leicht anderen Settings – es war wie eine endlose Schleife. Nach dieser Erfahrung hatte ich mir fest vorgenommen: „Nie wieder ein Spiel aus dieser Reihe!“ Und tatsächlich habe ich das einige Jahre durchgezogen. Doch dann kam der Januar-Sale im PSN, und mit ihm das Angebot, dem ich nicht widerstehen konnte: Assassin’s Creed 2 für gerade mal 5.90 Franken.

    Die Rückkehr in die Animus-Welt

    Ich hatte oft gehört, dass der zweite Teil so viel besser sein soll – manche nannten ihn sogar eines der besten Spiele aller Zeiten. Also habe ich meinen Stolz beiseitegeschoben, das Spiel heruntergeladen und mit einem Hauch von Vorfreude gestartet.

    Doch kaum hatte ich den Controller in der Hand, schlug die erste Enttäuschung zu: Schon wieder dieser Animus-Kram. Dass Ubisoft versucht, alles mit dieser „Erinnerungen-in-den-Genen“-Erklärung zu rechtfertigen, wirkt auf mich einfach aufgesetzt. Nach 20 Minuten im Pseudo-Science-Fiction-Modus ging es dann endlich los – rein in die Vergangenheit, ins eigentliche Spiel, und hinein ins Italien der Renaissance.

    Ezio Auditore steht auf einem Aussichtsturm und überblickt die Stadtlandschaft der Renaissance.
    Von einem Turm aus geniesst Ezio den beeindruckenden Blick über die Stadt der Renaissance.

    Das erste Gefühl: Willkommen in Italien!

    Was soll ich sagen? Die Atmosphäre hat mich sofort gepackt. Trotz der fünf Jahre alten Grafik sieht das Spiel wirklich gut aus, und die italienischen Städte sprühen nur so vor Leben. Leider wird dieser Eindruck durch technische Schwächen etwas getrübt. Die Ladezeiten sind so lang, dass ich problemlos einen Kaffee machen konnte, ohne etwas zu verpassen. Und das Tearing – das Zerreißen des Bildes – hat meinen Spielspaß immer wieder gestört.

    Unser Protagonist Ezio Auditore da Firenze, der Altair aus Teil eins ersetzt, wirkte auf mich anfangs unsympathisch, fast schon überheblich. Doch mit der Zeit lernte ich ihn zu schätzen – er hat seinen eigenen Charme.

    Ezio und ein Dieb stehen auf einem Balken und beobachten ein Ziel, das von Wachen eskortiert wird.
    Gemeinsam mit einem Dieb beobachtet Ezio sein Ziel, das von schwer bewaffneten Wachen begleitet wird.

    Klettern, kämpfen, fallen – und wieder von vorn

    Die Steuerung hat Ubisoft nahezu unverändert aus dem Vorgänger übernommen. Das „Puppenspieler“-Konzept, bei dem jede Taste für eine Körperpartie steht, ist an sich gut durchdacht. Klettern funktioniert meist intuitiv, und es macht Spaß, die höchsten Gebäude Italiens zu erklimmen. Aber „meist“ ist das entscheidende Wort. Viel zu oft hat Ezio nicht das gemacht, was ich wollte – er sprang ins Nichts oder ließ sich einfach fallen. Diese unnötigen Tode haben bei mir irgendwann eine gewisse Frustration ausgelöst.

    Die Kämpfe dagegen sind leider genauso anspruchslos wie im ersten Teil. Die Waffen-Upgrades, die ich mir mühsam gekauft habe, hatten gefühlt kaum einen Einfluss. Gegen Ende des Spiels waren die Kämpfe eher eine Pflichtübung als ein Highlight.

    Ezio klettert aus dem Wasser eine Stange hinauf und nähert sich unbemerkt seinem Ziel, während Wachen nichts ahnen.
    Ezio nutzt die Vorteile des Wassers, klettert unbemerkt eine Stange empor und schleicht sich an sein Ziel heran.

    Abwechslung? Ja, aber nur ein bisschen

    Was die Missionen angeht, hat sich Ubisoft im Vergleich zum ersten Teil deutlich verbessert. Die Hauptmissionen sind abwechslungsreicher gestaltet, auch wenn am Ende doch alles irgendwie auf einen Auftragsmord hinausläuft. Spannend finde ich den neuen Ansatz, NPC-Gruppen wie Kurtisanen, Diebe oder Söldner anzuheuern, um Ablenkung zu schaffen oder Gegner zu umgehen. Aber auch hier gibt es einen Haken: Diese Helfer sind fast überall verfügbar und kosten lächerlich wenig Geld, was das Spiel deutlich einfacher macht.

    Ezio Auditore kämpft gegen mehrere Stadtwachen und schlägt mit einer Langwaffe drei Gegner nieder.
    Ezio setzt seine Kampfkünste ein und wirft mit einer Langwaffe drei Wachen gleichzeitig zu Boden.

    Ein echter Lichtblick sind die Assassinen-Gräber. Diese Rätsel erinnern stark an die Prince of Persia-Reihe und verlangen Kletterkünste und logisches Denken. Leider gibt es davon nur sechs Stück – ich hätte mir hier deutlich mehr gewünscht.

    Ein eigenes Zuhause in der Renaissance

    Ein überraschendes Highlight ist die Villa Auditore. Sie dient nicht nur als stetige Einnahmequelle, sondern kann auch ausgebaut werden. Schmiede, Ärzte und Kunsthändler bieten bessere Rabatte, je mehr Geld ich in ihren Ausbau investiere. Anfangs war das Geld noch knapp, aber gegen Ende wusste ich nicht mehr, wohin mit meinem Reichtum.

    Die Story: Viel Drama, wenig Fokus

    Die Handlung von Assassin’s Creed 2 ist grundsätzlich gut inszeniert, aber sie hat mich irgendwann verloren. Es gibt zu viele Figuren, zu viele Verstrickungen, und diese mysteriösen Splitter der Templer, die alles erklären sollen, wirken auf mich zusammengebastelt. Eine positive Ausnahme ist Leonardo da Vinci. Sein Charakter ist charmant und bringt frischen Wind ins Spiel. Seine Gadgets und Unterstützung erinnerten mich fast an Q aus James Bond.

    Das Ende des Spiels? Ich weiß nicht, wie ich es anders sagen soll: Es ist einfach absurd. Noch verrückter als das Finale des ersten Teils. Wenn man sich darauf einlassen kann, mag das funktionieren – für mich war es zu viel des Guten.

    Ezio verübt ein Doppelattentat mit seinen Doppelklingen und eliminiert zwei Wachen gleichzeitig.
    Ezio führt ein perfektes Doppelattentat aus und schaltet zwei Gegner gleichzeitig mit seiner Doppelklinge aus.

    Mein Fazit: Ein guter Deal, aber kein Meisterwerk

    Assassin’s Creed 2 hat mich überrascht. Es ist kein perfektes Spiel, aber es macht vieles besser als sein Vorgänger. Für den Preis von 5.90 Franken habe ich definitiv meinen Spaß gehabt, auch wenn die Motivation gegen Ende nachließ. Die repetitiven Missionen, technischen Probleme und die chaotische Story haben verhindert, dass ich wirklich begeistert war.

    Ist es eines der besten Spiele aller Zeiten? Für mich nicht. Aber es hat mich für ein paar Stunden in die Welt der Renaissance entführt, und allein dafür hat es sich gelohnt.

  • Metal Gear Solid V: Ground Zeroes – Eine perfekte Vorspeise mit Biss

    Metal Gear Solid V: Ground Zeroes – Eine perfekte Vorspeise mit Biss

    Als ich vor ein paar Wochen das erste Mal Ground Zeroes startete, war ich skeptisch: Ein Metal Gear Solid, das in 90 Minuten durchgespielt ist? Doch nachdem ich die Controller-Sticks schweissnass durch die Militärbasis Camp Omega gesteuert habe, weiss ich: Hideo Kojima hat hier nicht nur eine Demo, sondern ein verdammt gelungenes Experiment abgeliefert.

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  • The Order 1886 – Steampunk in London

    The Order 1886 – Steampunk in London

    Bereits im Vorfeld hatte The Order 1886 für Aufsehen gesorgt – und das nicht immer positiv. Einige Tage vor dem Release veröffentlichte ein Youtuber ein komplettes Walkthrough, das das Spiel in nur vier bis fünf Stunden durchlief. In den Internetforen brach daraufhin ein Sturm der Entrüstung los: Sind 80 Franken für so ein kurzes Spiel gerechtfertigt? Meiner Meinung nach: Ja, absolut!

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  • Killzone 3 – Ein Shooter, der auch nach Jahren noch beeindruckt

    Killzone 3 – Ein Shooter, der auch nach Jahren noch beeindruckt

    Nach gut knapp drei Jahren habe ich es endlich geschafft: Die Killzone-Reihe ist durchgespielt! Zugegeben, den dritten Teil besitze ich seit Release – sogar in der Steelbook Special Ultra Edition inklusive Helghast-Büste –, aber die Kampagne hatte ich bisher nie zu Ende gebracht. Das habe ich nun nachgeholt, und ich muss sagen: Es hat sich gelohnt.

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  • Monkey Island 2 Special Edition – Ein Klassiker neu entdeckt

    Monkey Island 2 Special Edition – Ein Klassiker neu entdeckt

    Es ist Ende 2014, und während sich viele vielleicht schon auf die neuesten Blockbuster der Gaming-Welt stürzen, habe ich in letzter Zeit ein Spiel entdeckt, das mich komplett begeistert hat: Monkey Island 2: LeChuck’s Revenge – Special Edition. Ja, ich gebe es zu – ich hatte das Original von 1991 nie gespielt, obwohl mir der Name natürlich ein Begriff war. Aber nachdem ich bereits den ersten Teil der Special Edition auf der PS3 gezockt und geliebt habe, war klar: Der Nachfolger musste her. Und was soll ich sagen? Ich bereue nichts.

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  • Army of Two: The Devil’s Cartel – Ein ko-op Overkill-Spektakel

    Army of Two: The Devil’s Cartel – Ein ko-op Overkill-Spektakel

    Wenn man Army of Two: The Devil’s Cartel mit einem Film vergleichen müsste, dann wäre es definitiv die Expendables-Reihe. Viel Action, Explosionen, One-Liner und Ballereien, bis der Lauf glüht. Kurz gesagt: ein reines Actionfest, das keine grossen philosophischen Fragen stellt, sondern einfach nur Spass machen will. Und das gelingt ihm – zumindest in bestimmten Momenten.

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